Es ist fast 20 Jahre her, dass Karel Hvizdalas erste schriftliche Korrespondenz mit Vaclav Havel von 1985 bis 1986 erstmals „Disturbing the Peace“ veröffentlicht wurde. Da Havel kürzlich bekannt gab, dass er mit der Arbeit an einer Autobiografie begonnen hat, ist es eine interessante Übung zu sehen, wie Havel sich selbst, seine Arbeit und seine Politik vor den turbulenten Ereignissen der Samtenen Revolution 1989 darstellt.

In dieser Zeit ist unter der Karlsbrücke in Prag viel politisches Wasser geflossen, und in seinem neuen Buch wird Havel hoffentlich sein Erbe und seine Wirkung als erster Präsident der Tschechischen Republik eingehend untersuchen. Ein interessantes Ergebnis davon wird sein, wie sich seine Ansichten und Meinungen seit Mitte der 1980er Jahre geändert oder gefestigt haben.

Sein Interview mit Hvizdala wurde zu einer Zeit geführt, als die UdSSR noch intakt war (wenn auch mit den aufstrebenden Aussichten von „Glasnost“ und „Perestroika“) und die Tschechoslowakei ein stark regulierter kommunistischer Staat war.

In „Disturbing the Peace“ befindet sich Havel auf dem Höhepunkt seiner politischen Uneinigkeit und gibt einen ehrlichen und kühnen Bericht über sein Leben.

Er erinnert sich gern an seine Zeit, als er lernte, wie man für das Theater schreibt, und gibt ausgezeichnete Einblicke und Ratschläge zum Schreiben im Allgemeinen. Von vielen als einer der großen Dramatiker der Nachkriegszeit in Europa angesehen, geht er auch auf seine Vorliebe für absurdes Theater ein und beginnt zu definieren, wie sich seine Stücke von den Werken von Beckett und Brecht unterscheiden oder kontrastieren.

Havel ist offen, wenn er über seine Politik, Philosophie und Inhaftierung in den 1970er und 80er Jahren spricht. Es muss daran erinnert werden, dass dieses Buch im Westen zu einer Zeit veröffentlicht wurde, als er noch von weiterer Inhaftierung bedroht war, und dies geschah tatsächlich einige Jahre später.

Das Lesen von „Disturbing the Peace“ hebt auch eine der größten Ironien seines öffentlichen Lebens hervor. Als er das Amt des Präsidenten antrat, wurde er in seiner politischen Herangehensweise viel vorsichtiger. Als einmaliger Blitzableiter für den demokratischen Wandel sah sich Havel 1989 denselben Realitäten gegenüber, mit denen die meisten westlichen demokratischen Führer konfrontiert sind – wie man die Wirtschaft verwaltet und Infrastruktur aufbaut, während Bürgerrechte und andere demokratische Prinzipien in Einklang gebracht werden.

Havel trat 2003 als Präsident zurück und hat viel Zeit damit verbracht, sich für demokratische Zwecke in Kuba, der Ukraine und Burma einzusetzen. Nicht zuletzt erinnert „Disturbing the Peace“ daran, was Havel sagen und erreichen kann, und diese Art von Stimme kommt nie aus der Mode.



Source by Josef Grgas